Betrieb

Förderung einer nachhaltigen Organisation


Mit Blick auf die nachhaltigere Aufstellung der RWTH Aachen kommt dem Betrieb der Hochschule eine wichtige Bedeutung zu. Gebäude müssen mit Strom, Wärme, Kälte und Wasser und auch Druckluft versorgt werden. Die RWTH-eigenen Blockheizkraftwerke nutzen Erdgas als Energieträger.  Der hochschuleigene Fuhrpark verbraucht Ressourcen, insbesondere der noch nicht elektrifizierte Anteil. Das Ziel im Wirkungsbereich Betrieb ist, den ökologischen Ressourcenverbrauch im Sinne der Klimaneutralität zu senken und aktiv ein verantwortungsvolles, inklusives Miteinander zu gestalten. Im Fokus der Bemühungen stehen daher: der nachhaltige Umgang mit Ressourcen, Liegenschaften und Außenflächen sowie die nachhaltige Gestaltung von Beschaffungsprozessen, der Aufbau eines Energiedaten-Managements und der Weg zur Klimaneutralität der Hochschule.

Im nachfolgenden Kapitel erfahren Sie mehr zu Entwicklungen mit Blick auf die Nachhaltigkeit im Betrieb der RWTH. Eine Übersicht zu den Zielen sowie gesetzten Fokusthemen bis zum Jahr 2030 ist dem Abschnitt zum Wirkungsbereich Betrieb der Nachhaltigkeitsstrategie zu entnehmen.

Gut zu wissen! Die RWTH hat eine Nachhaltigkeitsstrategie.

In der Nachhaltigkeitsstrategie werden die übergeordneten Ziele, welche die Hochschule bis zum Jahr 2030 in den Wirkungsbereichen Studium und Lehre, Forschung, Governance und Betrieb erreichen möchte, definiert.

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Nachhaltigkeit im Betrieb

Wo stehen wir?

Im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie wurden für den Wirkungsbereich Betrieb 21 Ziele mit 73 zugeordneten Maßnahmen sowie 33 Indikatoren für das Monitoring beschlossen.

Zum aktuellen Berichtszeitpunkt (Stand März 2025) sind 12 Maßnahmen bereits abgeschlossen. Dazu zählen auch solche Maßnahmen, die bereits implementiert sind und kontinuierlich umgesetzt werden. Über 70 Prozent der Maßnahmen befinden sich mindestens in der Planungsphase, ca. 50 Prozent werden oder sind bereits umgesetzt. Zum Berichtszeitpunkt ist noch kein Nachhaltigkeitsziel im Wirkungsbereich Betrieb erreicht worden. Die Erfassung des Status einer Maßnahme erfolgt auf Grundlage von jährlich erhobenen Status-Updates. Dadurch kann es zu einer Diskrepanz zwischen dem Stand der aktuellen Umsetzung und dem vorliegenden Bericht kommen.

Umsetzungsstand der Maßnahmen im Wirkungsbereich Betrieb der Nachhaltigkeitsstrategie der RWTH (zum Berichtszeitpunkt)
Umsetzungsstand der Maßnahmen im Wirkungsbereich Betrieb der Nachhaltigkeitsstrategie der RWTH (zum Berichtszeitpunkt)

Einen genaueren Überblick zum Umsetzungsstand der Nachhaltigkeitsstrategie im Wirkungsbereich Betrieb liefert der Maßnahmen- und Indikatorenbericht. Der Bericht enthält sowohl den aktuellen Status aller Maßnahmen als auch der Indikatoren zur Beurteilung der Zielerreichung.

Die RWTH hat mit der Nachhaltigkeitsstrategie das Handeln für morgen tief in ihrer Struktur verankert. Nach und nach sehen wir die Ergebnisse und Wirkungen davon. Das sieht zwar oft nach nur kleinen Schritten aus, in Summe sind wir aber ganz schön vorangekommen. Und das in Zeiten, in denen andere globale Krisen Themen wie Klimaschutz und Biodiversität aus dem Rampenlicht verdrängt haben.

Da wirkt es manchmal so, als sei Nachhaltigkeit jetzt weniger wichtig. Aber es ist klar, dass das nicht stimmt. Umso wichtiger und ermutigender ist es, wenn große Organisationen wie die RWTH, Stück für Stück auf ihrem Kurs in Richtung Nachhaltigkeit vorankommen.

Professor Tobias Kuhnimhof, Rektoratsbeauftragte für Nachhaltigkeit mit Schwerpunkt Betrieb

Auf einen Blick

Die RWTH zahlt mit einer Vielzahl von Aktivitäten und Maßnahmen auf die Nachhaltigkeit im eigenen Betrieb ein. Wichtig sind dabei das Engagement und nachhaltigkeitsbewusste Handeln aller Hochschulangehörigen. Das zeigt sich zum Beispiel in der Vielzahl an Ideen, die über den Nachhaltigkeitsfonds gefördert wurden.


Klimaschutz an der RWTH

Die Energieversorgung nachhaltig gestalten

Die RWTH Aachen geht weiter ihren Weg in Richtung Klimaneutralität. Die Hochschule bewegt sich in dieser Hinsicht in einem übergeordneten Kontext. Auch das Land Nordrhein-Westfalen strebt eine bilanzielle Klimaneutralität in Behörden und Institutionen der Landesverwaltung bis zum Jahr 2030 an. Im Rahmen der Initiative Klimaneutrale Landesverwaltung (KNLV) NRW werden verschiedene Maßnahmen zur Erreichung dieses Zieles aufgestellt. Zwar nehmen die öffentlich-rechtlichen Hochschulen in NRW „ihre Vorbildfunktion beim Klimaschutz in eigener Verantwortung wahr“ (hier nachzulesen), berichten jedoch freiwillig zur betrieblichen Nachhaltigkeit im Rahmen des Berichtswesens – so auch die RWTH Aachen. Treibhausgas-Emissionen werden nun auf diese Weise mittels eines eigenen Tools nach einheitlichen Standards bilanziert und in entsprechenden Berichten veröffentlicht. Die Bilanzierung bildet die rechnerische Basis für das voraussichtlich 2026 final vorliegende Klimaschutzkonzept der RWTH Aachen.

Von besonderer Relevanz für den Klimaschutz an der RWTH Aachen ist das Handlungsfeld Energie und damit die Energieversorgung der Hochschule. Diese macht den größten Anteil der Emissionen aus. Die Energieversorgung der RWTH erfolgt über eigene Netze für Fernwärme, Erdgas, Strom, Kälte, Druckluft und Wasser Dazu betreibt die RWTH zentrale Anlagen zur Eigenversorgung für Strom, Wärme und Kälte. Dazu zählen auch drei, mit Erdgas betriebene Blockheizkraftwerke, oder kurz BHKWs.

Dem Aspekt Energie werden im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie der RWTH eigene Ziele zugeordnet. Neben den Themen Energiedaten und Monitoring sowie Energieerzeugung und -beschaffung werden auch Energieeinsparungen adressiert. Das Ziel konkret: mindestens 20 Prozent Energieeinsparung durch Änderung des Nutzendenverhaltens und infrastrukturelle Anpassungen bis zum Jahr 2030. Als Referenz, bzw. Bemessungsgrundlage für die Einsparungen dient das Jahr 2019. Was das im Kontext der Energieverbräuche an der Hochschule bedeutet, zeigt die Abbildung.

Energieverbräuche der RWTH Aachen in den Jahren 2019, 2023 und 2024 sowie Ziel für das Jahr 2030 laut Nachhaltigkeitsstrategie.
Energieverbräuche der RWTH Aachen in den Jahren 2019, 2023 und 2024 sowie Ziel für das Jahr 2030 laut Nachhaltigkeitsstrategie.

Der Energieverbrauch insgesamt lag zuletzt bei 245.333 Megawattstunden (MWh) im Jahr 2024. Dies beinhaltet die Verbräuche von Strom sowie Heiz- und Kälteenergie. 20 Prozent Einsparungen bezogen auf das Jahr 2019 bedeuten ein Ziel von maximal 202.922 MWh Gesamtenergieverbrauch im Jahr 2030.

Neben der Frage, wo Einsparpotenziale im Energieverbrauch der Hochschule liegen, ist auch die Betrachtung des Anteils regenerativer Energiequellen am Gesamtenergieverbrauch relevant. Der Anteil regenerativer Energie lag zuletzt bei 46% im Jahr 2024 – nicht zuletzt durch die Umstellung auf Ökostrom im Jahr 2023. Der Anteil regenerativer Energie an der Eigenerzeugung lag 2024 bei unter 1%. Dies bezieht sich maßgeblich auf vorhandene Photovoltaik-Anlagen. Mit Blick auf die Eigenerzeugung sind der RWTH Aachen allerdings Grenzen gesetzt. Potenziale zur nachhaltigeren Aufstellung des Energiebezugs und -verbrauchs liegen vorrangig in der vertraglichen Ausgestaltung der Beschaffung, zum Beispiel durch PPAs, und dem vermehrten Einsatz nachhaltigerer Technologien wie Wärmepumpen. Das Klimaschutzkonzept der RWTH Aachen wird in diesem Sinne den konkreten Weg zur Klimaneutralität der Hochschule darlegen. In diesem Zusammenhang werden auch entsprechende Maßnahmen zur Energieeinsparung, infrastrukturelle Anpassungen sowie nachhaltigere Beschaffungslösungen erörtert.

Da das Klimaschutzkonzept eine systematische Erfassung und Aufbereitung der Energiedaten der RWTH Aachen enthalten wird, werden die entsprechenden Treibhausgasemissionen an dieser Stelle zwecks Datenkonsolidierung und -kohärenz zum Berichtszeitpunkt nicht gesondert dargestellt.


Wer macht eigentlich Nachhaltigkeit im Betrieb?

Engagiert für den Gebäudebetrieb von morgen

Fast 3.000 Menschen arbeiteten zum Stichtag 1. Dezember 2024 in Technik und Verwaltung der RWTH Aachen. Die Hochschule ist groß, viele Themen werden in der Zentralen Hochschulverwaltung bearbeitet. Wer aber kümmert sich eigentlich um mehr Nachhaltigkeit im Betrieb? Nachhaltigkeit zieht sich durch viele Bereiche der Verwaltung – mehr oder weniger direkt ersichtlich. Die Stabsstelle Nachhaltigkeit nimmt dabei eine strategische Rolle ein. Eine Organisationseinheit mit sehr direktem Nachhaltigkeitsbezug ist die Abteilung Nachhaltiges Gebäudemanagement. Dominik Stollenwerk und sein Team widmen sich dem komplexen Thema Nachhaltigkeit im Betrieb der RWTH. Die Abteilung ist als Schnittstelle und strategische Anlaufstelle im Jahr 2024 ins Leben gerufen worden. Seitdem beschäftigt sie sich mit zentralen Herausforderungen wie der Energieeinsparung. Aber dazu ist im Folgenden mehr zu lesen. Erfahren wir erst einmal mehr zur Arbeit des Nachhaltigen Gebäudemanagements.

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E2C – die Energie-Effizienz-Challenge

Gemeinsam für weniger Energieverbrauch an der RWTH

Die nachhaltigere Aufstellung der Hochschule ist eng mit dem Thema Energieverbrauch verbunden. Die Notwendigkeit zur Einsparung ergibt sich sowohl aus selbstgesteckten Zielen als auch aus gesetzlichen Anforderungen. Letztlich gilt es, Einsparpotenziale durch eine Synergie von Nutzendenverhalten und Gebäudetechnik zu erschließen. Dieses Ziel verfolgt die Energie-Effizienz-Challenge (E2C).

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Die Gesichter der Nachhaltigkeit

Hinter jedem Schritt in Richtung einer nachhaltigeren RWTH Aachen stecken Menschen aus Wissenschaft und Verwaltung der Hochschule. Birgit Wergen ist eine davon. Als Architektin mit Fachrichtung Gebäude- und Flächenrecycling beim Bau- und Flächenmanagement der RWTH, begegnet sie der Nachhaltigkeit in ihrem Arbeitsalltag auf vielfältige Weise. In ihrer Funktion als Projektkoordinatorin kümmert sie sich zum Beispiel darum, Altbauten der RWTH energetisch besser aufzustellen, also zu ertüchtigen. Der Bezug zur regenerativen Energieerzeugung durch die Photovoltaik – oder kurz PV – liegt auf der Hand.

Birgit Wergen erzählt im Video von den Erfolgen und Herausforderungen ihrer Arbeit. Jetzt das Video ansehen und dann weiterlesen!

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Birgit Wergen deckt mir ihrer Arbeit aber noch viele weitere, oftmals weniger offensichtliche Aspekte ab. Ein Beispiel: Bereits bei Ausschreibungen wird darauf geachtet, dass möglichst wenig Verbundwerkstoffe verwendet werden, um eine spätere getrennte Entsorgung zu gewährleisten. Außerdem müssen nicht alle Materialien, die alt sind, auch zwingend entsorgt werden. Der Prozess vom Start einer Gebäudesanierung bis hin zur Fertigstellung und erneuter Nutzung bringt viele Ansätze für die Nachhaltigkeit mit sich. In ihrer Arbeit begegnet Birgit Wergen aber selbstverständlich auch Herausforderungen. „Bei den Gebäuden sind es häufig Zeit und Geld“ sagt sie und ergänzt: „Zeit für den planerischen Vorlauf und Geld für zum Beispiel zusätzliche Untersuchungen bei der Sanierung“. Ganz allgemein müssten viele Menschen unterschiedlicher Institutionen zu einem gemeinsamen Ziel gebracht werden. Das bedeute viel Kommunikationsarbeit, Organisation, Geduld und Vertrauen, so die Architektin.

Auch die Themen Infrastruktur und Mobilität, beide wichtig für die nachhaltigere Aufstellung der RWTH, gehören zu ihrer alltäglichen Arbeit. Sie begleitet Projekte zum Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Autos und zur Verbesserung der Fahrradmobilität an der Hochschule. Das Fördervorhaben KLIMACS zusammen mit der Stadt Aachen ist ein Erfolg, über den die Projektkoordinatorin sich sehr freut. „KLIMACS steht für Klimaschutz durch Fahrradmobilität am Aachener Campus“, sagt Birgit Wergen. „In dem Projekt bauen wir unter anderem abschließbare Fahrradgaragen mit Lademöglichkeit für E-Bikes“.

Im Projekt KLIMACS entstehen unter anderem 19 Sammelschließanlagen für Fahrräder.  Es werden außerdem zwei Fahrradparkhäuser eingerichtet, 100 zusätzliche Anlehnbügel geschaffen und 750 alte Abstellanlagen ausgetauscht. Warum die Förderung der nachhaltigen Mobilität an der RWTH wichtig ist und wo sie aktuell steht, findet sich im Abschnitt „Zur Hochschule hin und wieder weg – Mobilität an der RWTH Aachen“.    


Zur Hochschule hin und wieder weg

Mobilität an der RWTH

Der Themenbereich Mobilität ist für die Hochschule ein weiterer, wesentlicher Aspekt mit Blick auf eine nachhaltige Entwicklung. Mobilitätsbedingte Emissionen machen nach der Energieversorgung den zweitgrößten Anteil an den Gesamtemissionen der RWTH Aachen aus. Der wissenschaftliche Betrieb und damit verbunden, der internationale Austausch, lösen ein entsprechendes Dienstreiseaufkommen aus.

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Entsorgung an der RWTH

Aus der Tonne zurück in den

Wenn es um die möglichst effiziente und nachhaltige Nutzung von Ressourcen geht, wird häufig auch das Thema Entsorgung berücksichtigt. Die Nachhaltigkeitsstrategie der RWTH Aachen widmet der Entsorgung drei eigene Ziele. Neben einer funktionierenden Trennung von Abfällen, steht auch die Reduzierung des Abfallaufkommens insgesamt im Fokus.

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