Governance
Unterstützung einer kontinuierlichen, nachhaltigen Entwicklung
Governance ist einer von insgesamt vier sogenannten Wirkungsbereichen, welche im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie der RWTH Aachen festgelegt wurden. Die Vision zum Handlungsfeld Governance formuliert den Anspruch, die Hochschule als eine treibende Kraft einer nachhaltigen Entwicklung der Gesellschaft zu etablieren. Die Stärkung partizipativer Strukturen sowie des Engagements im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung spielen dabei wichtige Rollen – genauso wie das Sichtbarmachen entsprechender Projekte und Aktivitäten sowie die strategische und strukturelle Verankerung der Nachhaltigkeit.
Erfahren Sie in diesem Kapitel mehr zu aktuellen Entwicklungen im Bereich der Governance für eine nachhaltige Entwicklung an der RWTH. Eine Übersicht der Ziele und Maßnahmen sowie gesetzten Fokusthemen bis zum Jahr 2030 ist dem Abschnitt zum Wirkungsbereich Governance der Nachhaltigkeitsstrategie auf der Webseite zu entnehmen.
Gut zu wissen! Die RWTH hat eine Nachhaltigkeitsstrategie.
In der Nachhaltigkeitsstrategie werden die übergeordneten Ziele, welche die Hochschule bis zum Jahr 2030 in den Wirkungsbereichen Studium und Lehre, Forschung, Governance und Betrieb erreichen möchte, definiert.
Nachhaltigkeit und Governance
Wo stehen wir?
Im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie wurden für den Wirkungsbereich Governance 14 Ziele mit 42 zugeordneten Maßnahmen sowie 22 Indikatoren für das Monitoring beschlossen. Acht Ziele sollen bis zum Jahr 2025 erreicht werden, drei bis 2028 und weitere drei bis 2030.
Zum aktuellen Berichtszeitpunkt sind 21 der insgesamt 42 Maßnahmen bereits abgeschlossen. Dazu zählen auch solche Maßnahmen, die bereits implementiert sind und kontinuierlich umgesetzt werden. Über 80 Prozent der Maßnahmen befinden sich mindestens in der Planungsphase, ca. 70 Prozent werden oder sind bereits umgesetzt. Zum Berichtszeitpunkt sind 3 Nachhaltigkeitsziele im Wirkungsbereich Governance – alle drei mit Zeithorizont 2025 – erreicht. Die Erfassung des Status einer Maßnahme erfolgt auf Grundlage von jährlich erhobenen Status-Updates. Dadurch kann es zu einer Diskrepanz zwischen dem Stand der aktuellen Umsetzung und dem vorliegenden Bericht kommen.
Einen genaueren Überblick zum Umsetzungsstand der Nachhaltigkeitsstrategie im Wirkungsbereich Governance liefert der Maßnahmen- und Indikatorenbericht. Der Bericht enthält sowohl den Status aller Maßnahmen als auch der Indikatoren zum Berichtszeitpunkt.
Auf einen Blick
Seit dem letzten Nachhaltigkeitsbericht aus dem Jahr 2022, hat sich mit Blick auf die Nachhaltigkeit im Wirkungsbereich Governance viel getan. Der „Handabdruck“ zeigt passend dazu eine Auswahl einiger Aktivitäten, auf welche die RWTH stolz sein kann. Die Hochschulangehörigen bringen sich aktiv in die regelmäßig stattfindenden GreenTeams und Runden Tische Nachhaltigkeit ein. Die digitale Nachhaltigkeitslandschaft macht das Engagement an der RWTH im Rahmen von Nachhaltigkeitsaktivitäten, Projekten und Gruppen sichtbar.
Gemeinschaftsaufgabe Nachhaltigkeit
Einbinden, aktivieren und befähigen
Die nachhaltige Entwicklung an der RWTH Aachen lebt von der aktiven Einbindung der Menschen, die an der Hochschule arbeiten, forschen, lehren und lernen. Beteiligungsformate weitergehend zu etablieren und auszubauen ist daher ein wichtiges Ziel der Nachhaltigkeitsstrategie. Die GreenTeams, der Runde Tisch Nachhaltigkeit und das Netzwerk Nachhaltigkeit finden regelmäßig statt. Die Teilnehmendenzahlen der GreenTeams zeigen insgesamt einen positiven Trend.
Für die nachhaltige Entwicklung an der RWTH Aachen ist nicht nur der Blick nach innen durch die Einbindung der Hochschulangehörigen von großer Relevanz. Auch das (hochschul-) politische Engagement sowie das Wirken in Kooperationen auf der lokalen Ebene sowie der Landes- und Bundesebene. Die RWTH ist weiterhin in diversen Netzwerken und Initiativen wie HumboldtN, der DG Hoch N, der IDEA League und CESAER aktiv. Insbesondere der Austausch wurde im Rahmen des Netzwerk Nachhaltigkeits- und Klimaschutzmanagement an Hochschulen in NRW (NaKliMa NRW) in den vergangenen Jahren weiter intensiviert und formalisiert. Nach der Findung des informellen Netzwerks im Jahr 2023 gewinnt es nunmehr auch an formeller Bedeutung insbesondere mit Blick auf die Bestrebungen der sogenannten Klimaneutralen Landesverwaltung (KNLV).
Mit Menschen und Konzept nach vorn
Die Stärkung der personellen Verankerung und Verantwortlichkeit für Nachhaltigkeit sind zwei wichtige Erfolgsfaktoren für das Erreichen der gesteckten Nachhaltigkeitsziele. Mit der Schaffung der Abteilung Nachhaltiges Gebäudemanagement ist seit 2024 eine eigens auf den energetisch nachhaltigen Betrieb der Hochschule ausgerichtete Organisationseinheit innerhalb des Facility Managements entstanden. Die Abteilung beschäftigt sich mit dem Energiemanagement der Hochschule sowie der Erhebung von Energiedaten. Im Kapitel Betrieb erfahren Sie mehr zu der neuen Abteilung.
Über eine Förderung der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) konnten 2025 zudem zwei Klimaschutzstellen geschaffen und besetzt werden. Eine der Stellen ist im Nachhaltigen Gebäudemanagement verortet, die andere in der Stabsstelle Nachhaltigkeit. Im Video stellen sich die beiden vor – jetzt schnell ansehen!
Die beiden Klimaschutzmanagerinnen Begüm Guse und Ramya Balaji widmen sich in enger Abstimmung der Ausarbeitung eines Integrierten Klimaschutzkonzeptes für die RWTH Aachen, welches als planerisch-strategisches Instrument eine zentrale Rolle auf dem Weg zur klimaneutralen Hochschule spielt. Der Klimaschutz an der RWTH Aachen bewegt sich dabei in einem größeren Kontext. Die Hochschule hat, wie auch 29 weitere in Nordrhein-Westfalen, eine mit der Landesregierung geschlossen – die Klimaneutrale Landesverwaltung. Universitäten und Hochschulen bereiten ihre Treibhausgasbilanzierung vor und werden dabei durch das Landesamt für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-Westfalen (LANUK) unterstützt. Durch die freiwillige Teilnahme an der Initiative verfolgt die RWTH Aachen das Ziel, ihre Treibhausgasemissionen systematisch zu erfassen, kontinuierlich zu reduzieren und langfristig weitgehend zu vermeiden.
Seit 2024 ist die RWTH zudem Premium-Partnerin der Stadt Aachen im Zuge der EU-Mission „100 klimaneutrale und intelligente Städte“. Der Klimaschutz an der RWTH fällt dabei durchaus ins Gewicht. Denn mit rund 45.000 Studierenden, etwa 10.000 Beschäftigten, 400 Gebäuden und einer Nettogrundfläche von mehr als 800.000 m² kommt die Hochschule einer kleinen Stadt gleich. „Klimafreundliche Maßnahmen stellen einen großen Hebel für positive Veränderungen in der Zukunft dar – gerade wegen der Größe unserer Institution“, so Ramya Balaji.
Die Erarbeitung des Klimaschutzkonzeptes der RWTH Aachen ist eine stattliche Herausforderung. In vorderster Reihe stellen sich die Klimaschutzmanagerinnen dieser Herausforderung. Die Hauptaufgaben der beiden: Daten und Informationen zusammentragen, herausfinden, was bis wann zu tun ist, einen Plan erstellen, Menschen innerhalb der Hochschule mitnehmen und für das aktive Mitwirken begeistern sowie Akzeptanz für Maßnahmen schaffen. „Die größte Herausforderung ist, die Vielfalt und Komplexität einer so großen Hochschule zu durchdringen“, sagt Begüm Guse und ergänzt: „Um die Maßnahmen umzusetzen und eben nicht nur auf Papier zu haben, braucht es eine enge Zusammenarbeit aller Hochschulangehörigen“.
Neues aus dem Nachhaltigkeitsfonds
Neues aus dem Nachhaltigkeitsfonds
Die Nachhaltigkeit an der Hochschule lebt vom Engagement, vom aktiven Einbringen der Hochschulangehörigen in Prozesse und Projekte. Fördermöglichkeiten und Prozesse für Nachhaltigkeitsideen aus der Hochschule zur nachhaltigen Gestaltung der Hochschule etablieren und sichtbar machen – so lautet eines der Ziele der Nachhaltigkeitsstrategie im Wirkungsbereich Governance. Ein Werkzeug für diesen Zweck ist der Nachhaltigkeitsfonds
Studentisches Engagement und Nachhaltigkeit
Aktiv neben dem Studium
Die Studierenden machen einen Großteil der Hochschulmitglieder aus. Sie sind eine wichtige Zielgruppe im Wirkungsbereich Lehre und Studium. Gleichzeitig sind sie auch Impulsgeber*innen rund um das Thema Nachhaltigkeit an der RWTH. Im Rahmen von Initiativen und Projekten trägt die Studierendenschaft das Bewusstsein für eine nachhaltige Entwicklung voran und gestaltet den Diskurs diesbezüglich aktiv mit – nicht zuletzt über die Arbeit im Allgemeinen Studierendenausschuss, kurz AStA. Der AStA adressiert das Thema mit einem eigenen Referat für Nachhaltigkeit und studentisches Engagement. Vivien Kutz ist seit Juli 2025 die Referentin und unterstützt als solche die vielseitigen, studentischen Aktivitäten für eine nachhaltige Entwicklung an der Hochschule. Unterstützt wird die Studentin der Angewandten Geographie von rund 10 weiteren Projektleitenden in ihrem Team, die sich unterschiedlichen Themenfeldern und Aufgaben der Nachhaltigkeit und des studentischen Engagements widmen.
Welche Nachhaltigkeitsthemen den AStA aktuell besonders bewegen und über welche Erfolge sich Vivien besonders freut, erzählt sie im Video. Jetzt schnell ansehen und dann weiterlesen!
Durch die Arbeit des AStA-Referats soll das Bewusstsein und das Engagement für Nachhaltigkeit unter den Studierenden und allen Hochschulangehörigen gefördert werden. Hierzu arbeitet das Team auf mehreren Ebenen an nachhaltigen Projekten, zum Beispiel am Grünen Campus mit Orten der Begegnung.
Durch eine grünere Gestaltung des RWTH-Campus wird nicht nur die Aufenthaltsqualität an der Hochschule erhöht, sondern es wird auch aktiv Einfluss auf die Entwicklung der Stadt genommen. Mit dem innerstädtisch gelegenen Campusgarten wird ein wichtiger Beitrag zur Erhöhung der Artenvielfalt im urbanen Raum geleistet. Interessierte Studierende helfen dabei, Hochbeete mit saisonalem Gemüse sowie Kräutern zu bepflanzen. Es wurde ein Apfelbaum gepflanzt und einige Sitzgelegenheiten, die zum Verweilen einladen, geschaffen. Die Durchführung und Planung der Begrünungsprojekte erfolgten in Zusammenarbeit mit dem Gebäudemanagement der Hochschule.
Der geschaffene Aufenthaltsort soll zukünftig mit neuen Möbeln weiter ausgestattet werden. Dafür wurde im Jahr 2024 der Campusgarten Furniture Designwettbewerb ausgerufen. Der Designwettbewerb kürte innovative Prototypen für nachhaltige Stadtmöbel, die den Campusgarten um besonders ansprechende Aufenthaltsmöglichkeiten erweiterten und von den Studierenden selbst gebaut werden sollen. Die Einreichungen sollten über reine Sitzmodule hinausgehen und vielfältige Möglichkeiten zur Interaktion mit den Nutzenden bieten. Außerdem standen Nachhaltigkeit und ein umweltfreundliches Design im Fokus.
Fair Handeln – Fairtrade University RWTH
Die RWTH ist seit 2022 als Fairtrade University zertifiziert. Mit diesem Titel findet das Engagement der RWTH und insbesondere der Studierenden, die diese Zertifizierung angeregt haben, seither Anerkennung. Als Fairtrade University integriert die Hochschule Aspekte des fairen Handels in den Hochschulalltag und fördert das Bewusstsein der Hochschulangehörigen. Vor allem in Ländern des globalen Südens sind Arbeiter*innen vermehrt schlechten Arbeitsbedingungen ausgesetzt. Hier setzt das Fairtrade-Handeln an. Der AStA koordiniert an der RWTH die Umsetzung von Aktionen, um das Thema an der Hochschule sichtbarer zu machen und möglichst viele Hochschulangehörige für den fairen Handel zu sensibilisieren. Zu den durchgeführten Aktionen gehörte ein Mocktail-Tasting mit fair gehandelten Zitrusfrüchten und Fruchtsäften begleitet von einem Fairtrade-Quiz, um das Wissen der Teilnehmenden zum fairen Handel spielerisch zu erweitern. Von Seiten der Verwaltung wurden in der Vergangenheit zudem Verköstigungen von fairen Kaffees veranstaltet, die Verwaltungsmitarbeitende in ihrem Arbeitskontext für faire Produkte sensibilisiert haben.
Runder Tisch Nachhaltigkeit
Ins Gespräch kommen, informieren und aufzeigen, wo die Studierenden bereits aktiv am nachhaltigen Wandel mitwirken – das ist das Ziel des Runden Tisch Nachhaltigkeit. Jedes Semester dient er als Dialogplattform für den Austausch zwischen Studierendeninitiativen, Fachschaften, dem AStA und der Stabsstelle Nachhaltigkeit. In diesem Rahmen werden sowohl aktuelle als auch geplante Entwicklungen der Stabsstelle vorgestellt und Impulse von verschiedenen Gästen sowie Teilnehmenden diskutiert.
Die Studierenden haben zudem die Möglichkeit, ihre eigenen Initiativen und Projekte vorzustellen, Ideen einzubringen und sich untereinander sowie mit der Stabsstelle auszutauschen. In einer der Veranstaltungen konnten die Studierenden beispielsweise von einem externen Referenten erfahren, welchen Nutzen Nistkästen zur Sicherung des Lebensraums für Vögel haben. Im Anschluss hatten sie die Gelegenheit, selbst Nistkästen für den RWTH-Campus zu bauen, die dann gemeinsam mit der Außenbereichspflege
Über Nachhaltigkeit sprechen
Informieren und zum Mitmachen motivieren
Neben der tatkräftigen Umsetzung von Projekten und Maßnahmen ist die Sichtbarkeit von Nachhaltigkeitsaktivitäten wichtig – ganz nach dem Motto „Erfolge feiern“. Denn Aktivitäten, die sichtbar sind, können Menschen begeistern und motivieren, selbst aktiv zu werden. Die Nachhaltigkeitsstrategie widmet der Kommunikation daher ein eigenes Ziel. Im Wortlaut heißt es: Stärkung der Sichtbarkeit von nachhaltigen Projekten und Aktivitäten an der RWTH durch die Nutzung bestehender und Aufbau neuer Kommunikationskanäle sowie Steigerung der Reichweite.
Möglichkeiten zur Kommunikation bieten sich an der Hochschule viele, zum Beispiel auf Instagram. Dort sind viele Informationen und Inhalte zur Nachhaltigkeit an der RWTH Aachen zu finden. In Zahlen heißt das (Stand März 2025) 690 Abonnent*innen des Newsletters und 2.165 Abonnent*innen bei Instagram. Die Kommunikation von Nachhaltigkeit passiert jedoch auch in anderen Bereichen der Hochschule, zum Beispiel im Dezernat für Presse und Kommunikation. Einen bebilderten Einblick in unterschiedliche Projekte und Maßnahmen liefert das Video zum Thema „Nachhaltig? Nachhaltig! Mit diesen Ideen macht (sich) die RWTH für die Zukunft“.