Forschung

Wissenschaft und Technik zum Nutzen der Gesellschaft


Durch die Vermehrung von Wissen, die Förderung von Innovationen und den Transfer von Erkenntnissen in die Gesellschaft, können Hochschulen maßgeblich zur Gestaltung einer nachhaltigeren Entwicklung beitragen. Mit Blick auf die Forschung an der RWTH Aachen zielt die Nachhaltigkeitsstrategie auf eine systematische Erfassung von Nachhaltigkeit in den Transferaktivitäten sowie den Ausbau von Unterstützungsangeboten zur Integration von Nachhaltigkeit in den Forschungsprozess ab. Eine valide Datengrundlage soll der Erfassung und Auswertung von Nachhaltigkeitsbezügen dienen. Außerdem: Ausgründungen mit Nachhaltigkeitsbezug sollen gezielt gefördert und das Thema Nachhaltigkeit in der strukturellen und strategischen Entwicklung des Forschungsprofils berücksichtigt werden. Ganz praktisch soll eine synergetische Nutzung von Forschungsinfrastruktur wie Geräten gestärkt werden.

Im nachfolgenden Kapitel lesen Sie mehr zu aktuellen Entwicklungen mit Blick auf die Nachhaltigkeit in der Forschung an der RWTH. Eine Übersicht zu den Zielen sowie gesetzten Fokusthemen bis zum Jahr 2030 ist dem Abschnitt zum Wirkungsbereich Forschung der Nachhaltigkeitsstrategie auf der Webseite zu entnehmen.

Gut zu wissen! Die RWTH hat eine Nachhaltigkeits­strategie.

In der Nachhaltigkeitsstrategie werden die übergeordneten Ziele, welche die Hochschule bis zum Jahr 2030 in den Wirkungsbereichen Studium und Lehre, Forschung, Governance und Betrieb erreichen möchte, definiert.

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Nachhaltigkeit in der Forschung

Wo stehen wir?

Im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie wurden für den Wirkungsbereich Forschung 10 Ziele mit 22 zugeordneten Maßnahmen sowie 14 Indikatoren für das Monitoring beschlossen. Zwei Ziele sollen bis zum Jahr 2025 erreicht werden, fünf bis 2028 und weitere drei bis 2030.

Zum aktuellen Berichtszeitpunkt (Stand März 2025) sind vier der insgesamt 22 Maßnahmen bereits abgeschlossen. Dazu zählen auch solche Maßnahmen, die bereits implementiert sind und kontinuierlich umgesetzt werden. Über 80 Prozent der Maßnahmen befinden sich mindestens in der Planungsphase, etwas mehr als 50 Prozent werden oder sind bereits umgesetzt. Zum Berichtszeitpunkt ist noch kein Nachhaltigkeitsziel im Wirkungsbereich Forschung erreicht. Die Erfassung des Status einer Maßnahme erfolgt auf Grundlage von jährlich erhobenen Status-Updates. Dadurch kann es zu einer Diskrepanz zwischen dem Stand der aktuellen Umsetzung und dem vorliegenden Bericht kommen.

Umsetzungsstand der Maßnahmen im Wirkungsbereich Forschung der Nachhaltigkeitsstrategie der RWTH (zum Berichtszeitpunkt)
Umsetzungsstand der Maßnahmen im Wirkungsbereich Forschung der Nachhaltigkeitsstrategie der RWTH (zum Berichtszeitpunkt)

Einen genaueren Überblick zum Umsetzungsstand der Nachhaltigkeitsstrategie im Wirkungsbereich Forschung liefert der Maßnahmen- und Indikatorenbericht. Der Bericht enthält sowohl den aktuellen Status aller Maßnahmen als auch der Indikatoren zur Beurteilung der Zielerreichung.

Nachhaltigkeit ist keine Zusätzlichkeit, sondern Ausdruck unseres Verständnisses einer lebenswerten Zukunft und einer langfristig wettbewerbsfähigen Wirtschaft. Sie bedeutet nicht Mehrkosten, sondern die resiliente Gestaltung von Wirtschaft und Gesellschaft. Universitäten bilden das Fundament unseres innovations- und wissensbasierten Systems.

Die RWTH Aachen University zeigt mit inter- und transdisziplinärer Forschung neue Wege nachhaltiger Wissensgenerierung, entwickelt innovative Lösungen und gestaltet Forschungsprozesse selbst nachhaltiger. Partizipation und Kooperation sowie Offenheit und Vielfalt sind unsere zentralen Erfolgsfaktoren. Unsere Best-Practice-Beispiele machen Mut – gestalten wir Nachhaltigkeit gemeinsam. Machen Sie mit!

Professorin Kathrin Greiff, Rektoratsbeauftragte für Nachhaltigkeit mit Schwerpunkt Forschung

Auf einen Blick

Auch in der Forschung hinterlässt die RWTH ihren Handabdruck. Das zeigt sich weiterhin in der Publikationsleistung mit Bezug zu den Sustainable Development Goals und auch im Engagement sowie in den Aktivitäten der Hochschulangehörigen.


Aus der RWTH in die Gesellschaft

Nachhaltigkeit im Forschungsalltag

Das Einbringen der Forschung in die nachhaltige Transformation der Gesellschaft ist von zentraler Bedeutung für die RWTH Aachen. Dies kann auf unterschiedliche Weise erfolgen. Ein Bespiel ist die Suche nach Lösungen für bestimmte Nachhaltigkeitsprobleme – Beforschte Innovationen können in die Anwendung gebracht und mit verbesserten Verfahren unmittelbar zu der nachhaltigeren Nutzung von Ressourcen beitragen.

Insbesondere die großen Herausforderungen unserer Zeit – wie der Klimawandel – machen das Denken in gemeinsamen Ansätzen notwendig. Das bedeutet, den Blick über die Randbereiche des eigenen Fachgebietes hinaus zu werfen. Ziel der RWTH ist unter anderem, die eigene Forschung nachhaltiger zu gestalten, indem inter- und transdisziplinäre Forschung weiterentwickelt wird. Das passiert zum Beispiel in den Profilbereichen der Hochschule. Die RWTH fasst das so zusammen: „In den Profilbereichen bündeln Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen ihre Expertise, um gemeinsam an Lösungen für zentrale gesellschaftliche Herausforderungen zu arbeiten“ (mehr Informationen). Das ist der interdisziplinäre Anteil der Forschung im Kontext der Nachhaltigkeit.

Der transdisziplinäre Anteil ist nicht weniger wichtig. Denn dieser bezieht Perspektiven außerhalb der Forschung mit ein. Für Professor Frank Lohrberg vom Institut für Landschaftsarchitektur und Sprecher des Profilbereichs Built and Lived Environment ist das Einbinden von „Akteuren vor Ort“ von großer Wichtigkeit. Zum Beispiel, wenn er den Stadtwald der Zukunft beforscht. Das Einbeziehen verschiedener Stakeholder ermöglicht ein breites Bild der Perspektiven und kann dabei helfen, mit Lösungen näher am tatsächlichen Problem zu sein.

Professor Lohrberg gibt im Video einen kurzen Einblick in die Bedeutung der Nachhaltigkeit für seine Forschungsarbeit. Also, schnell das Video anschauen und dann weiterlesen!

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Für die Nachhaltigkeit gibt es verschiedene Bezugsrahmen. Mit Blick auf die RWTH ist das maßgeblich die im Dezember 2023 verabschiedete Nachhaltigkeitsstrategie der Hochschule. Die Strategie ist, auch im Wirkungsbereich Forschung, spezifisch auf die Bedingungen und Anforderungen der Hochschule ausgerichtet. Durch ihre Umsetzung leistet die Hochschule ebenfalls einen Beitrag zu übergeordneten Strategien. Die Sustainable Development Goals (SDGs), also die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, stellen den erweiterten Bezugsrahmen für die Einordnung der Aktivitäten und Maßnahmen an der RWTH dar. Auch Professor Frank Lohrberg orientiert sich in seiner Arbeit an den SDGs. Mit den Forschungsschwerpunkten urbane Landwirtschaft, grüne Infrastruktur und kulturelles Erbe trägt er dazu bei, Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, wiederstandfähig und nachhaltig zu gestalten. Das ist das 11. Nachhaltigkeitsziel der Vereinten Nationen. Eine Möglichkeit, den Forschungsbeitrag zur Nachhaltigkeit zu erfassen, bietet die Publikationsdatenanalyse. Eine Analyse für die RWTH Aachen ist hier zu finden.

Um die Integration der Nachhaltigkeit in der Forschung an der RWTH weiter zu festigen, beinhaltet die Nachhaltigkeitsstrategie Maßnahmen zum Ausbau entsprechende Unterstützungsangebote für Forschende. Ein Beispiel ist der Workshop „Kurzformat – Nachhaltigkeit“, der auch in das Angebot der Doctoral Academy integriert wurde, um Promovierende für das Thema und Aktivitäten an der RWTH zu sensibilisieren. Die Stabsstelle Nachhaltigkeit beteiligt sich zudem am jährlichen RWTH Young Academics Day, um Nachhaltigkeit sowie entsprechende Unterstützungsstrukturen und Fördermöglichkeiten in der Hochschule für Promovierende und Postdocs sichtbarer zu machen. Ein weiteres Beispiel ist die gemeinsame Nutzung von Forschungsinfrastruktur. Die RWTH hat einen Modellversuch durchgeführt, um die vorhandene Forschungsinfrastruktur an einer der Fakultäten über ein Tool zu erfassen. Ziel ist ein Roll-out, um die Forschungsinfrastruktur an der Hochschule möglichst synergistisch zu nutzen.  

Die Ansatzpunkte für eine nachhaltige Entwicklung in der Forschung sind vielfältig. Wie die meisten Nachhaltigkeitsziele sind auch jene für die Forschung an der RWTH auf den Einsatz und das Mitwirken aller Hochschulangehörigen angewiesen. Dass Nachhaltigkeit längst in der RWTH-Forschung angekommen ist, zeigt sich an den vorhandenen Nachhaltigkeitsbezügen in verschiedenen Fakultäten und Profilbereichen. Auch strukturell hat die Integration der Nachhaltigkeit in das Forschungshandeln stattgefunden. Davon zeugt zum Beispiel die Berücksichtigung der Nachhaltigkeit im Hochschulentwicklungsplan.


Das Grüne am Gebäude

Den Nutzen von bepflanzten Fassaden messbar machen – Ein Forschungs­projekt

Visualisierung des Neubaus für das Verkehrswissenschaftliche Institut (VIA)
BLB NRW

Die Begrünung hat in Deutschland längst Einzug in die Planung und den Bau von Gebäuden gehalten. Dächer werden bepflanzt und auch Fassaden mit Pflanzen versehen. Der Nutzen ist vielfältig und steht unter anderem im Zusammenhang mit dem Klimawandel – oder vielmehr den Maßnahmen, um diesem zu begegnen.

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Forschungsbeitrag zu den SDGs

Die RWTH Aachen mit Spitzen­forschung dabei

Das Thema Nachhaltigkeit in der Forschung ist facettenreich. Neben der Nachhaltigkeitsforschung sowie der Forschung in gesellschaftlicher Verantwortung kommt an der RWTH dem Forschen für eine nachhaltige Entwicklung eine wichtige Bedeutung bei.

Eine Möglichkeit zur Darstellung des Forschungsbeitrags der RWTH zur Nachhaltigkeit bietet die Publikationsdatenanalyse mit Blick auf die Sustainable Development Goals (SDGs). Diese wurde, wie bereits für vorherige Nachhaltigkeitsberichte, seitens der Universitätsbibliothek für den Zeitraum 2023 bis 2024 durchgeführt. Basierend auf bereits definierten Such-Abfragen, die eine Vergleichbarkeit ermöglichen, wird über das Analyse-Tool SciVal der Firma Elsevier eine Visualisierung der Publikationsleistungen, die auf die jeweiligen SDGs einzahlen, ermöglicht.

Die Abbildung zeigt den Anteil der Publikationen der RWTH zu den SDGs im Vergleich. Dargestellt ist der relative Anteil der Publikationen (Zeitraum 2023 bis 2024), der für das jeweilige SDG zu den 10% der weltweit meistzitierten Veröffentlichungen gehört (das sog. „Top 10% Citation Percentile“, field weighted). Als Beispiel: An der RWTH wurden 2.205 Publikationen veröffentlicht, die der Thematik des SDG 3 – Gesundheit und Wohlergehen zugeordnet werden. Davon zählen 449 – also 20,4% – zu den 10% der weltweit meistzitierten Publikationen. Der deutschlandweite Vergleichswert liegt bei 16,9%, der weltweite bei 10,2%. Für die Analyse werden alle Publikationen im untersuchten Zeitraum und unabhängig vom Publikationstyp herangezogen. Bei der Gewichtung der erreichten Zitationen werden die fachlichen Zuordnungen der Publikationen berücksichtigt. In den Diagramm-Balken sind zusätzlich die absoluten Publikationszahlen in der Form Publikationen in „Top 10% Citation Percentile“ von Publikationen insgesamt für das jeweilige SDG dargestellt (Quelle: Publikationsdatenanalyse der Universitätsbibliothek der RWTH, Erhebung am 26.09.2025).

RWTH – Wieder stark in acht SDGs

Wie schon im Rahmen der Datenerhebung für die Jahre 2020 bis 2022, ist auch für den Zeitraum 2023 bis 2024 der Forschungsbeitrag der RWTH Aachen für acht der insgesamt betrachteten sechzehn SDGs besonders hervorzuheben (s. Abbildung). SDG 17 wird nicht betrachtet, da dieses in SciVal nicht enthalten ist. Für die SDGs 1, 2, 3, 8, 10, 11, 12 sowie 16 liegt der Anteil von RWTH-Publikationen im Top 10% Citation Percentile über den deutschen und weltweiten Vergleichswerten.

Im Vergleich zum Zeitraum 2020 bis 2022 sind jedoch die SDGs 7 und 9 sowie 14 nicht mehr über dem deutschen, bzw. internationalen Durchschnitt. Dafür jedoch die SDGs 1 – Keine Armut, 10 – Weniger Ungleichheiten und 11 – Nachhaltige Städte und Gemeinden. Am deutlichsten ist eine Verschiebung um ca. 16 Prozentpunkte auf 14% für SDG 14 – Leben unter Wasser festzustellen.

Für SDG 9 – Industrie, Innovation und Infrastruktur ist die absolute Anzahl der Publikationen in den Top-10% mit 170 für die Jahre 2023 und 2024 im Verhältnis ähnlich zum dreijährigen Zeitraum 2020 bis 2022 (260 Publikationen). Die Publikationsleistung für das SDG in den zwei Jahren 2023 und 2024 fällt mit 1.311 Publikationen insgesamt jedoch verhältnismäßig höher als in den drei Jahren 2020 bis 2022 aus (1.269 Publikationen). Es ergibt sich daher ein geringerer relativer Wert, der nicht über dem nationalen oder internationalen Vergleichswert liegt.

Das Beispiel zeigt: Zu beachten ist neben den relativen Angaben immer auch die absolute Anzahl der Top-10% sowie veröffentlichten Publikationen im jeweiligen Zeitraum. Die RWTH Aachen veröffentlichte in den Jahren 2023 und 2024, wie schon zuvor, die meisten Publikationen insgesamt zu den SDGs 3 – Gesundheit und Wohlergehen (2.205), SDG 7 – Bezahlbare und saubere Energie (1.218) sowie SDG 9 – Industrie, Innovation und Infrastruktur (1.311). Zu diesen drei SDGs werden der SciVal-Analyse nach auch deutschland- sowie weltweit die meisten Publikationen veröffentlicht. In den Jahren 2023 und 2024 waren es weltweit 1.348.488 Publikationen mit Bezug zu SDG 3, 437.788 zu SDG 7 und 371.007 zu SDG 9. Deutschlandweit wurden 59.125 Publikationen zu SDG 3, 18.188 zu SDG 7 und 19.056 zu SDG 9 veröffentlicht.

Die dargestellte Analyse der Publikationen ist als Annäherung zur Erfassung nachhaltigkeitsbezogener Forschung an der Hochschule zu werten. Insbesondere die Darstellung der relativen Anteile der Publikationen, die sich in den Top-10%-Zitationsperzentilen befinden, variiert je nach betrachtetem Zeitpunkt.