Herzstück der Schlickreinigungsanlage „Metha“ sind mehrere Hydrozyklone, in denen künstliche Wirbelstürme erzeugt werden.
Winfried Sturm

Wie die Elbe sauberer wird …

RWTH-Alumni besuchen die Schlickreinigungsanlage „Metha“

Trotz des sehr windigen und regnerischen Wetters (die Ausläufer des Sturmtiefs „Joshua“ waren noch deutlich zu spüren) machten sich am Nachmittag des 28. Oktober 2025 eine Alumna und zehn Alumni der RWTH Aachen auf nach Hamburg Finkenwerder. Ziel war die Schlickreinigungsanlage „Metha“. „Metha“ steht für „mechanische Trennung von Ha-fensedimenten“ und wird betrieben von der Hamburg Port Authority (HPA).

Betriebsleiter Karsten Lehmann, Ingenieur für Biotechnologie, begrüßte uns und gab mit einem sehr informativen Vortrag einen Einblick in die Aufgaben und Arbeitsweise der Anlage. Um die Fahrrinne der Elbe für die Schifffahrt freizuhalten, muss diese regelmäßig ausgebaggert werden. Dabei fallen ca. drei Millionen Tonnen Schlick pro Jahr an. Ein Großteil davon wird an anderer Stelle im Fluss „umgelagert“ oder in der Nordsee verklappt.

Allerdings können nicht alle Sedimente umgelagert werden, da sie mit Schwermetallen, zum Beispiel Arsen, und anderen Stoffen verunreinigt sind. Um diesen Teil des Schlicks kümmert sich „Metha“. So wurden seit Betriebsstart der Anlage im Jahr 1993 etwa 277 Tonnen Arsen, 788 Tonnen Blei und 552 Tonnen Chrom herausgefiltert.

Künstliche Wirbelstürme

Nach dieser theoretischen Einführung ging es dann hinaus in den Regen. Nach einem kurzen Blick auf ein ca. 300.000 m³ großes Becken, in dem die ausgebaggerten Sedimente zwischengelagert werden, ging es in eine riesige Halle, in der die Aufbereitung stattfindet. Hier war es zwar warm und trocken, aber sehr laut und die Nase verriet uns, dass es sich doch um eher unangenehme Substanzen handelt.

Winfried Sturm
Winfried Sturm
Winfried Sturm
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Herzstück der Anlage sind mehrere Hydrozyklone, in denen künstliche Wirbelstürme erzeugt werden. Durch diesen Schleudervorgang steigen die toxischen feinsandigen Sedimente auf und der grobe Sand rutsch herunter. Pressen mit einem Druck von fünf Bar quetschen das Wasser heraus.

Der saubere Sand kann dann als Baustoff, zum Beispiel im Deichbau verwendet werden.

Das belastete Material wird mit Flockungsmitteln versetzt, sodass es eindickt und dann in Pressen entwässert. Was von dem Material nicht weitergenutzt werden kann, wird im Deponiebau verwendet.

Nach einer letzten Fragerunde verabschiedeten wir uns bei Herrn Lehmann, nicht ohne uns bei ihm ganz herzlich zu bedanken, dass er uns die Gelegenheit geboten hatte, diese beeindruckende Anlage zu besichtigen, und für seine ausführlichen und fachkundigen Erläuterungen.

Anschließend trafen sich noch neun Alumni im Restaurant „Finkenwerder Landungsbrücke“, um bei gutem Essen und Getränken zu fachsimplen und über Möglichkeiten für zukünftige Treffen zu spekulieren. Mit einem Dank an die Organisatorinnen in Aachen traten dann alle den Heimweg an.

– Autoren: Christoph Schröder und Winfried Sturm