Zur Hochschule hin und wieder weg

Mobilität an der RWTH Aachen


Der Themenbereich Mobilität ist für die Hochschule ein weiterer, wesentlicher Aspekt mit Blick auf eine nachhaltige Entwicklung. Mobilitätsbedingte Emissionen machen nach der Energieversorgung den zweitgrößten Anteil an den Gesamtemissionen der RWTH Aachen aus. Der wissenschaftliche Betrieb und damit verbunden, der internationale Austausch, lösen ein entsprechendes Dienstreiseaufkommen aus. Gleichzeitig ist die Hochschule mit ihren Standorten in der Stadt Aachen Ziel und Ausgangsort von Mobilität der Hochschulangehörigen. Folgerichtig hat sich die RWTH im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie auch Ziele mit Blick auf die Mobilität gesetzt. Maßgeblich adressiert werden Dienstreisen und -gänge, Pendelverkehre sowie der hochschuleigene Fuhrpark.

Zu Fuß, mit dem Bus und dem Fahrrad

Wie kann die Mobilität an der RWTH insgesamt nachhaltiger aufgestellt werden? Zumindest ein Teil der Antwort auf diese Frage lautet „Umweltverbund“. Die Nutzung des Umweltverbundes, das sind die öffentlichen Verkehrsmittel, das Zufußgehen und das Fahrradfahren, soll an der Hochschule bis zum Jahr 2030 weiter gestärkt werden.
Die letzte Mobilitätserhebung unter den Beschäftigten und Studierenden der RWTH wurde 2024 vom Institut für Stadtbauwesen und Stadtverkehr (ISB) durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass in etwa ein Drittel (32%) der Arbeitswege der RWTH-Beschäftigten mit dem Fahrrad zurückgelegt werden. Der öffentliche Verkehr wird auf 19% der Wege genutzt, 10% werden zu Fuß zurückgelegt. Das meistgenutzte Fortbewegungsmittel ist mit einem Anteil von 38% der Wege jedoch das Auto bzw. der motorisierte Individualverkehr (MIV). Der Umweltverbund macht insgesamt 61% der gewählten Verkehrsmittel unter den RWTH-Beschäftigten auf ihrem Arbeitsweg aus. Das entspricht in etwa der Nutzung des Umweltverbunds der in Aachen lebenden Menschen auf all ihren täglichen Wegen (60%, vgl. Mobilität in Deutschland, 2023). Werden alle Hochschulangehörigen berücksichtigt – inklusive der Studierenden – steigt der Anteil des Umweltverbundes für Wege zur und von der RWTH sogar auf 85%.

Hauptverkehrsmittelwahl auf Pendelstrecken RWTH gesamt (gewichtet, Befragung des ISB der RWTH Aachen, 2022 und 2024).
Hauptverkehrsmittelwahl auf Pendelstrecken der Beschäftigten (gewichtet, Befragung des ISB der RWTH Aachen, 2022 und 2024).
Hauptverkehrsmittelwahl auf Pendelstrecken der Studierenden (gewichtet, Befragung des ISB der RWTH Aachen, 2022 und 2024).
Hauptverkehrsmittelwahl auf Pendelstrecken RWTH gesamt (gewichtet, Befragung des ISB der RWTH Aachen, 2022 und 2024).
Hauptverkehrsmittelwahl auf Pendelstrecken der Beschäftigten (gewichtet, Befragung des ISB der RWTH Aachen, 2022 und 2024).
Hauptverkehrsmittelwahl auf Pendelstrecken der Studierenden (gewichtet, Befragung des ISB der RWTH Aachen, 2022 und 2024).

Ein Blick in die Ergebnisse der vorletzten Mobilitätserhebung verrät zudem: Die Mobilitätswahl sowohl der Beschäftigten als auch der Studierenden hat sich seit 2022 weitestgehend nicht, beziehungsweise nur geringfügig verändert. Nennenswert sind ein Anstieg der Wahl des öffentlichen Verkehrs unter den Studierenden von 33% auf 37% sowie ein leichter Rückgang des Fahrradanteils von 35% auf 32% im Jahr 2024. Bei den Beschäftigten ist ein Anstieg des MIV von 35% auf 38% zu beobachten. Für die RWTH insgesamt ergebt sich eine leichte Verschiebung in der Verkehrsmittelwahl vom Fahrrad zum öffentlichen Verkehr.

Modal Split der Jahrespendelleistung der Hochschulangehörigen sowie der RWTH Aachen gesamt (gewichtet, Daten: Befragung des ISB der RWTH Aachen, 2024).
Modal Split der Jahrespendelleistung der Hochschulangehörigen sowie der RWTH Aachen gesamt (gewichtet, Daten: Befragung des ISB der RWTH Aachen, 2024).

Das Ziel der RWTH Aachen ist ein Anteil von mindestens 70% des Umweltverbundes bis zum Jahr 2030 – jedoch bezogen auf den sogenannten verkehrsleistungsbezogenen Modal Split. Dieser ergibt sich, wenn neben der Wahl des Verkehrsmittels noch die damit zurückgelegten Kilometer berücksichtigt werden. Vereinfacht gesagt wird betrachtet, wie die Hochschulangehörigen zur RWTH kommen, wie sie sich wieder wegbewegen und welche Strecken dabei zurückgelegt werden. Laut der letzten Mobilitätserhebung von 2024 zeigt sich für den Umweltverbund ein verkehrsleistungsbezogener Anteil von 62% – davon 4% Zufußgehen, 14% Fahrradfahren und 44% öffentlicher Verkehr. Bis zum Ziel von 70% im Jahr 2030 verbleiben also noch mindestens 8 Prozentpunkte zur Zielerreichung.

Klimafreundliche Dienstwege

Auch für die Dienstwege der Beschäftigten hat sich die RWTH ein Nachhaltigkeitsziel gesetzt. Bis 2030 sollen diese Wege zu 90% mit dem Umweltverbund zugehörigen Mobilitätsarten zurückgelegt werden. Dienstwege beziehen sich auf Ortswechsel innerhalb der Gemeindegrenzen der Dienststelle – in der Regel also das Stadtgebiet der Stadt Aachen. Die Mobilitätsbefragung des Instituts für Stadtbauwesen und Stadtverkehr (ISB) der RWTH aus dem Jahr 2024 zeigt, 76% dieser Wege werden bereits von den Beschäftigten der RWTH auf umweltfreundlichere Weise zurückgelegt. Dabei liegt der Anteil unter den wissenschaftlichen Beschäftigten mit 86% am höchsten, gefolgt von den Professor*innen (77%) und den Beschäftigten in Technik und Verwaltung (57%). Zur Zielerreichung fehlen also noch 14 Prozentpunkte.

Zurück